Auf einer Pressekonferenz der Evangelischen Landeskirche Baden bekräftigte der Konstanzer Medienverlag didactmedia®, vertreten durch Gesellschafter Jürgen Weber,  die Kriterien zum neuen Label „Ziviler Betrieb“.

Die Initiative der Bremischen Stiftung für Rüstungskonversion und Friedensforschung und der Evangelische Landeskirche in Baden vergibt das Label an Unternehmen, die sich dem Frieden verpflichtet fühlen und ausschließlich zivile Zwecke verfolgen. An Betriebe, die sich nicht an der Entwicklung, Herstellung und Verbreitung von Waffen und sonstigen Rüstungsgütern beteiligen und nicht für das Militär und dessen zivile Einrichtungen arbeiten.

Auf der Pressekonferenz am 26. September 2019 in den Räumen des Evangelischen Kirchbeziks Konstanz stellte der Initiator Andreas Bordne, Wirtschafts- und Sozialpfarrer der Evangelischen Landeskirche Südbaden, die Kennzeichnung für Betriebe, die sich nicht an Rüstungsproduktion beteiligen vor. Ebenfalls Unterstützung fand das Projekt von der gastgebenden Konstanzer Dekanin Hiltrud Schneider-Cimbal.

Zwei der Gründungsunternehmen waren zur Pressekonferenz geladen. Neben didactmedia® war dies der Inhaber des Konstanzer bizzcenter Timo Schneeweis. Als Betrieb der Gemeinwohlökonomie spielten für ihn ethische Fragen bei der unternehmerischen Tätigkeit eine zentrale Rolle. Rüstungsbetriebe könnten ihre fachliche Kompetenz wesentlich besser einsetzen, beispielsweise bei der Entwicklung von klimafreundlichen Technologien.

Jürgen Weber von didactmedia® hob die Bodenseeregion als Standort von vielen Rüstungsbetrieben hervor. Besonders hier sei es wichtig sich und seine Dienstleistungen zu verweigern. Es sei kein Zufall gewesen, dass Friedrichshafen im 2. Weltkrieg bombardiert wurde. „Die Alliierten wollten nicht die Obsternte am Bodensee mit Bomben zerstören, weil diese kriegswichtig gewesen war. Ziel waren die Rüstungsunternehmen am See, weil diese ihrem Führer mit der Wunderwaffe V2 zum Endsieg verhelfen wollten“, so Weber. Dies sei ihm bei einem seiner ersten Filmprojekte über die Überlinger Stollenanlage und die dortige KZ-Außenstelle von Dachau bereits in den 1990er Jahre  mehr als deutlich geworden.

didactmedia® hätte seit 2015 immer wieder Geflüchtete unterstüzt und beispielsweise in der Ausbildung begleitet. Da sei es widersinnig für die Rüstungsindustrie zu arbeiten, die mit Waffenexporten dafür mitverantwortlich zeichne, dass immer wieder Menschen vor Krieg und Verfolgung fliehen müssten.

Zudem würde es nicht dazu passen, dass didactmedia® beispielsweise Filme für die Grundschule produziere, die zu gewaltfreier Konfliktlösung anleite und gleichsam ein Rädchen in der Maschinerie von Waffenlieferungen zu Mord und Totschlag in Kriegen zu sein.

Die Unternehmen wollen das Label „Ziviler Betrieb“ fortan tragen und die Inhalte unternehmerisch leben. Zudem wollen sie andere Betriebe ansprechen, um diese auch für die Idee des „Zivilen Betrieb“ zu gewinnen.

taz-Interview mit dem Initiator Andreas Bordne, Wirtschafts- und Sozialpfarrer der Evangelischen Landeskirche Südbaden.

Homepage Initiative „Ziviler Betrieb“

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