Aktuell bin ich Referent für zwei Vorträge:
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> „Südenbock“ Roma in Europa – Diskriminierung einer Opfergruppe des Nationalsozialismus



Annähernd jeder Angehörige der Volksgruppe der Roma in Osteuropa und auf dem Balkan hat direkte Vorfahren in den Konzentrationslagern des Nazi-Regimes verloren. Zu den rund 500.000 Opfern der europäischen Sinti und Roma, die auf Erlass des Reichsführer SS, Heinrich-Himmler ab Dezember 1942 deportiert und ermordet wurden kamen viele Zehntausende aus den heutigen Balkanstaaten.

Berichte von Menschenrechtsorganisationen und des UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR machen deutlich, dass dieser Opfergruppe des Nationalsozialismus im heutigen Europa nicht etwa besonderer Schutz zu Teil wird, sondern dass Roma erneut in erschreckendem Maße ausgegrenzt, diskriminiert und verfolgt werden. Die stereotypen Merkmale, welche „den“ Roma zugeschrieben werden decken sich dabei häufig mit denen im Nationalsozialismus geschürten Vorurteilen.

Der Konstanzer Journalist und Autor Jürgen Weber hat in den letzten Jahren beispielsweise ein ungarisches Dorf besucht, welches zuvor durch Pogrome an der Roma-Bevölkerung über die Landesgrenzen hinaus Schlagzeilen machte. Seine Recherche in osteuropäischen Staaten hat er mit Gesprächen von in Deutschland lebenden Flüchtlingen vom Balkan ergänzt und hat selbst mehrfach abgeschobene Roma-Flüchtlinge in Mazedonien und Serbien besucht und deren erschreckende Lebenssituation dokumentiert. An den Beispielen Osteuropa beschreibt er die Stimmung in Gesellschaft und Politik sowie die Diskriminierung der Roma und deren Fluchtgründe.

Voruteile gegen Roma-Flüchtlinge hierzulande und die politsche Enstufung als so genannte „Sichere Herkunftsländer“ sieht er als Teil einer institutionellen Diskriminierung in ganz Europa. Jürgen Weber geht der Frage nach, wie es sein kann, dass die Enkel und Urenkel der in Auschwitz ermordeten Sinti und Roma wieder einer institutionellen und vielerorts aggressiven Diskriminierung ausgesetzt sind und auch die Europäische Union diesen Teil ihrer Bürgerinnen und Bürger nicht ausreichend schützt und fördert.
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> „Wie konntet Ihr das zulassen?“ – Eine Frage aus der Zukunft. Geflüchtete an den Mauern Europas. Und wir?

Der „Rote Faden“ der Menschheitsgeschichte ist der von Fluchtwegen und Migration. Meist machten sich die Menschen aus Not und Elend oder Perspektivlosigkeit auf den Weg. Manchmal auch vor Verfolgung und Zerstörung, der Sorge um das eigene Wohl an Seele, Leib und Leben. Menschen fliehen und treffen auf andere Menschen. Die Geflüchteten haben es nicht immer geschafft, diejenigen die Aufnahme geben durften schon.

Der Vortrag geht von einer Zeitreise aus, streift Flucht und Verfolgung aus Deutschland und die Aufnahme im Ausland vor wenigen Jahrzehnten und kommt bei der Begegnung mit Menschen im Hier und Jetzt und bei deren Fluchtgründen an.

Der Vortrag ist ein Plädoyer für die Begegnung auf Augenhöhe. Denn der geflohene Mensch kann nicht nur Deutsch und deutsche Benimmregeln von uns lernen. Gleichsam können wir vom Bauern aus Afghanistan, der Lehrerin aus Syrien oder der Roma-Familie aus Mazedonien neues erfahren. Der Vortrag formuliert aber auch eine fiktive Anklage aus der Zukunft, die eigentlich immer an die Vergangenheit gestellt wird: „Wie konntet Ihr das zulassen“. Denn bleiben werden die Bilder, die Zeitzeugenberichte und das Gedenken an die vielen Tausend Toten auf der Flucht. Bleiben werden die Berichte und Erinnerung der Menschen die in Dreck und Schlamm hausend an den Grenzen abgewiesen wurden oder durch das Elend der Flüchtlingslager im Libanon, der Türkei oder beispielsweise Griechenlands ihrer Lebenszeit beraubt wurden. Menschen wie Du und ich.