In den 1990er Jahren sind bei der Konstanzer Medien- und Velalgswerkstatt „querblick“ einige Kurz- und Dokumentarfilme entstanden, die zeitgeschichtlichen Wert besitzen. Einige haben es in TV-Formate oder auf Festivals geschafft, andere haben regionalhistorische Bedeutung oder sind wegen der Zeitzeug*innen-Interviews nicht reproduzierbar. Filmisch bewegt sich manches unbekümmert in den Kinderschuhen, anderes ist bereits in großer Professionalität umgesetzt.

Mit der Reihe „Zeitgeschichtliche Kurz- und Dokumentarfilme“ digitalisiert und veröffentlicht Querwege® eine Retrospektive frühen Filmschaffens bis in die Anfänge der 2000er Jahre auf DVD, welches sich bislang „versendet“ hatte oder auf VHS-Kassette zunehmend unzugänglich wurde.

Bestellungen über den Buchhandel oder unter info@querwege.eu

„Nur wer sich aufgibt, ist verloren“

Dokumentarfilm, 45 Minuten, 1996 von Katrin Brüggemann und Jürgen Weber

mit den Kurzfilmen

„Alfred Hausser – zum 100. Geburtstag“
10 Minuten, 2012

„Soldatenväter“
3 Minuten, 1994

ISBN 978-3-941585-09-6
EUR 15,-
DVD erschienen bei Querwege® (c) 2018

Inhalt:

„Nur wer sich aufgibt, ist verloren“
ist die filmische Biografie des Stuttgarter Widerstandskämpfers und Antifaschisten Alfred Hausser. Am 20. Dezember1934 wurde der damals 22-jährige verhaftet und vom Volksgerichtshof in Berlin wegen Vorbereitung zum Hochverrat zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt.
In Interviews aus dem Jahre 1996 erzählt Alfred Hausser über Widerstand in Stuttgart, Einzelhaft und ab 1939 Zwangsarbeit in Ludwigsburg und Celle für die Firma Bosch. Unermüdlich kämpfte er nach dem Krieg für die Entschädigung von Zwangsarbeiter*innen. Der Dokumentarfilm von Katrin Brüggemann und Jürgen Weber aus dem Jahr 1996 ist 45 Minuten lang.

Der zehnminütige Kurzfilm „Alfred Hausser – zum 100. Geburtstag“ wurde am Festakt zum 100. Geburtstag Alfred Haussers am 2. Sept. 2012 im Stuttgarter DGB-Haus uraufgeführt. Mit prägnanten Aussagen aus den Interviews mit Alfred Hausser aus dem Jahr 1996 setzt der Kurzfilm Schlaglichter auf das Leben und Wirken des Stuttgarter Widerstandskämpfers. Den Kurzfilm stellte Jürgen Weber im Jahr 2012 zusammen.

„Soldatenväter“ ist ein dreiminütiger Kurzfilm aus dem Jahr 1994. Die Filmcollage schneidet Szenen des NS-Propagandafilms von Leni Riefenstahl „Triumph des Willens“ unkommentiert mit einem 1994 aktuellen Werbefilm der Bundeswehr zusammen.
Der Kurzfilm führte beim Publikum auf mehreren Filmfestivals zu Raunen und empörtem Lachen. Auch das ARDMagazin „Monitor“ griff den Kurzfilm in einer Sendung auf und skandalisierte die filmische Vorlage Leni Riefenstahls für die aktuelle Werbekampagne der Bundeswehr aus den 1990er Jahren. Der Kurzfilm „Soldatenväter“ wurde von Jürgen Weber erstellt.

 

„Wie Dachau an den See kam…“

Dokumentarfilm, 45 Minuten, 1995 von Stephan Kern und Jürgen Weber

mit den Kurzfilmen

„Beppe Berruto – einer von uns“
11 Minuten, 2005

„Fluchtwege“
16 Minuten, 1994

ISBN 978-3-941584-95-2
EUR 15,-
DVD erschienen bei Querwege® (c) 2017

Inhalt:

„Wie Dachau an den See kam …“ zeichnet mit Aussagen zweier ehemaliger Häftlinge, mit den Erinnerungen von damals jungen Menschen aus Überlingen und mit Fachleuten die Geschichte des Überlinger Außenlagers des KZ Dachau nach. Von Oktober 1944 bis April 1945 mussten rund 800 Häftlinge einen Stollen in den Molassefelsen treiben um die Friedrichshafener Rüstungsindustrie am Bodensee „bombensicher“ unterzubringen.
Die Autoren des Films von 1995 sind Stephan Kern (✝) und Jürgen Weber.

„Beppe Berruto – einer von uns“ ist ein Kurzfilm, der an den italienischen KZ-Häftling erinnert. Der Bauzeichner wurde 1944 als junger Antifaschist von deutschen Besatzungstruppen an seinem Arbeitsplatz bei der Turiner Stromversorgung verhaftet, überlebte die Haft im berüchtigten SS-Kommando im „Albergo Nazionale di Torino“, wurde nach Deutschland deportiert und im April 1945 im KZ Dachau befreit. Beppe Berruto starb 2004 und war zuvor immer wieder Gast der Gedenkveranstaltungen für die Überlinger KZ-Opfer auf dem Friedhof Birnau.
Der Kurzfilm zu seinem Gedenkenist von Jürgen Weber.

„Fluchtwege“ in der Deutsch-Schweizer Grenzregion am Bodensee retteten auch zwei Überlinger Häftlinge.
Der Empfang der Behörden auf Schweizer Seite war aber selten ein freundlicher. Davon berichtet das Feature „Fluchtwege“. Schwierigkeiten bei der Aufnahme gab es für Flüchtlinge schon immer. Egal ob für jüdische Flüchtlinge während des Nationalsozialismus in der Schweiz oder für kurdische in den 1990er Jahren in der Bodenseeregion.
Das Feature ist aber auch heute noch erschreckend aktuell. Der Kurzfilm von Katrin Brüggemann und Jürgen Weber entstand 1994.

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„PartisanInnen im Piemont“  –  „Partigiani in Piemonte“

Dokumentarfilm (1996), 60 Minuten von Katrin Brueggemann und Juergen Weber

ISBN 978-3-941585-04-1
EUR 15,-
DVD erschienen bei Querwege® (c) 2012

Inhalt:

Eine der bedeutendsten Auseinandersetzungen der deutschen Wehrmacht mit
Partisaninnen und Partisanen fand von 1943 bis 1945 in der
nordwestitalienischen Provinz Piemont statt. Den Verbaenden von Wehrmacht,
SS und italienischen Faschisten standen bis zu 40.000 bewaffnete
Partisanen und Partisaninnen gegenüber. Die deutschen Versorgungs- und
Rueckzugswege von und nach Frankreich wurden von den Einheiten „Garibaldi“
empfindlich gestoert. Die Deutschen schlugen mit unmenschlicher Haerte
zurueck.
Im Video kommen ehemalige Partisanen und Partisaninnen, sowie Menschen aus
dem Widerstand der Provinzhauptstadt Turin zu Wort. Sie erzaehlen von der
Zusammenarbeit der kaempfenden Formationen und der Arbeiter und
Arbeiterinnen in der Stadt, bis zur Selbstbefreiung in Turin 1945. Der
Film berichtet auch von der Situation der deutschen Besatzung in Italien
ab 1943 und den Massakern der Deutschen im Piemont.
Die ehemalige Partisanin Mara Piovano aus Turin erlaeutert, weshalb sie
sich als eine der ersten Frauen im Piemont den kaempfenden Einheiten in den
Bergen anschloß.
Das Video gibt Einblick in ein Kapitel deutscher Besatzungsgeschichte, das
bis heute in Deutschland kaum bekannt ist.